Es ist ja allgemein bekannt, dass das Reisen mit der Deutschen Bahn — sagen wir mal — abenteuerlich ist. Wir haben bezüglich Verspätungen einigermassen Glück gehabt. Die Ansagen der Zugbegleiterin auf der Fahrt von Hamburg nach Kopenhagen haben aber deutlich gemacht, dass zu diesem Job wohl eine gehörige Portion Sarkasmus gehört:
“Wenn Sie das Boardrestaurant suchen, dann finden Sie das nicht. Erst nach der Grenze kommt dann ein Verkäufer. Nächster Halt Schleswig.“
Kurz später: „Ich habe meine Meinung geändert. Nächster Halt Neumünster.“
Zwischen Neumünster und Schleswig: „Sie wollten schon immer mal nach Rendsburg? Ich höre ein begeistertes JAAA! Heute erhalten Sie die Gelegenheit dazu. Wegen Bauarbeiten machen wir einen Halt. Es gibt WLAN auf dem Bahnsteig und Sie können die Brücke googeln, über die wir gerade gefahren sind und von der Sie Fotos gemacht haben.“
Kurz darauf, wir stehen immer noch in Rendsburg: „Auf einem Streckenabschnitt gibt es keinen Strom. Aber ohne Strom geht es nicht. Bitte gehen Sie zum Rauchen nach draussen und schliessen Sie die Türen, damit die anderen Gäste nicht frieren.“ Mitten in der gleichen Ansage auf Englisch: „Ich bekomme einen Anruf… Der Lokführer hat angerufen, wir können fahren. Alle zurück ins Körbchen!“.
Trotz 14-minütigem ungeplantem Aufenthalt und Notbremsung aus voller Fahrt in Dänemark sind wir schliesslich nur etwa zehn Minuten zu spät in Kopenhagen angekommen. Es schneit und ist sehr kalt. Mit der Metro fahren wir nach Nordhavn, wo wir für vier Nächte eine geniale Wohnung beziehen können.






PS: Zwei von zwei Toiletten im Erste-Klasse-Wagen waren defekt.